Liebe Leserinnen und Leser,

in der unseres Bullet Point Magazins haben wir eine Reihe von kreativen Tools vorgestellt, mit deren Hilfe wir Forschung und Kreativworkshops spielerischer gestalten können. In der aktuellen Ausgabe möchten wir uns nun auf eines dieser Tools fokussieren: Das Video-Prototyping. Jeder Kreativprozess kommt irgendwann an den Punkt, an dem Ideen greifbar gemacht werden müssen. Ist eine Idee alltagsrelevant und alltagstauglich? Wo liegen die Potenziale und Hürden in ihrer Umsetzung?
Wir stellen Ihnen ein Tool vor, mit dem man abstrakte Ideen greifbar machen und schärfen kann — unter Anleitung und Unterstützung eines professionellen Dokumentarfilmers. Darüber hinaus gibt es wieder Neuigkeiten aus der Point Blank Welt, unter anderem einen Einblick in die Arbeit unseres In-House-Design-Teams.

Viel Lesevergnügen wünscht Ihnen

das Point Blank Team

Starting Point

Reality-Check für Ideen

Video-Prototyping ist ein guter Weg, um herauszufinden, ob Ideen tragen

Protoyping ist im Design Thinking einer der wichtigsten Schritte — es wird dabei nicht nur über eine Idee gesprochen, sie wird erfahrbar gemacht. Nur wenn man eine Idee erfahrbar macht, kann man echtes Feedback erhalten. Alleine oder im Team bekommt man ein erstes Gespür für die Idee: Was geht? Was funktioniert nicht? Was macht Sinn? Was ist weniger zweckvoll? Video-Prototyping ist in unseren Augen ein sehr effektiver Weg hierzu.

Einen Prototypen zu erstellen, ist dabei jedoch deutlich mehr als bloße Bastelei. Besonders dann, wenn ankündigt wird, dass am Ende eines Workshops ein Film entstehen soll, um die eigenen Ideen zum Leben zu erwecken. Meist herrscht zunächst große Neugier und bei einigen Teilnehmern auch Aufregung, wenn sie sich nicht so gerne vor der Kamera präsentieren. Das lässt sich aber schnell klären, wenn man die Teilnehmer darüber aufklärt, dass unterschiedliche Aufgaben gefragt sind und jeder seine Fähigkeiten einbringen kann — neben dem Anfertigen eines Storyboards muss vor der Kamera geschauspielt oder der Text eingesprochen werden.

Aus Ideen eine visuelle Geschichte machen
Video-Prototyping findet in der letzten Phase eines Workshops statt, nachdem man schon Ideen generiert und Konzepte erarbeitet hat. Das Prototyping ist dann sozusagen der Reality Check für eine Idee. Je besser das Konzept geschrieben ist, desto leichter fällt das Video-Prototyping. Das Konzept sollte prägnant formuliert sein und klar aufzeigen, welches Problem auf welche Weise gelöst werden soll. Neben den rein analytischen Argumenten spielen beim Video-Prototyping vor allem auch emotionale Dimensionen eine zentrale Rolle, denn hier sollen Geschichten erzählt werden: Welche Gefühle treten an welcher Stelle auf, wie sollen sie vermittelt werden? Die große Herausforderung ist es, eine Idee in einen Film zu verwandeln und die wichtigsten Aussagen zu transportieren.

Beim Video-Prototyping geht es also darum, eine Idee mit Elementen des Storytellings als Video umzusetzen. Dabei muss man möglichst visuell denken und herausfinden, welche Bilder den Inhalt am besten transportieren. Hier ist auch spielerische Kreativität gefragt, und am Ende hat jeder Spaß daran, diese Aufgabe umzusetzen.

Das Video-Prototyping ist ein sehr aktivierendes Tool. Obwohl man schon eine Weile im Workshop saß, kommt neue Energie auf, denn jetzt sind weitere, andere Formen des Denkens und Handelns gefragt. In Gruppen von vier bis sechs Teilnehmern kreiert man zunächst ein Storyboard und überlegt sich, welche Bilder zu sehen und welche Geräusche zu hören sein sollen, was als Voice-Over gesprochen wird und was als eingeblendeter Text erscheint. Im Anschluss werden die Szenen gefilmt, wobei die Teilnehmer selbst schauspielern, ein Voice Over schreiben und direkt einsprechen. Das ist nicht einfach. Die Unterstützung eines professionellen Filmemachers ist hier sehr hilfreich: um anzuleiten, Anregungen, Hinweise und Rückmeldung zu geben, Barrieren abzubauen und zu motivieren und natürlich um für ein gutes Ergebnis zu sorgen. Er kann helfen, in Szenen zu denken, gute Bilder für die Inhalte zu finden, er bedient die Technik wie Kamera und Sprecherkabine und schneidet schließlich das Video.

Unterhaltsam und teilbar
Am Ende des Prozesses steht also immer ein tatsächliches Video, meistens mit einer Länge von ein bis zwei Minuten, das direkt im Anschluss an den Workshop angeschaut werden kann. Die Videos fassen die im Workshop generierten Ideen zusammen und visualisieren sie. Damit sind die Ideen auch über den Workshop hinaus leicht und unterhaltsam teilbar.

Nach acht Stunden Workshop entsteht so ein sehr schöner Moment, wenn alle entspannt aber gespannt zusammensitzen, sich ein kühles Getränk genehmigen und zum Abschluss gemeinsam die Filme anschauen. Im Vergleich zu anderen Prototyping-Varianten, in denen gebastelt oder auf andere Weise etwas kreiert wird, ist der audiovisuelle Moment deutlich hinreißender und emotionaler. Für alle Teilnehmer ist es ein eindrucksvoller Abschluss eines Workshops, die erarbeiteten Ideen in einem filmischen Rahmen kreativ umgesetzt zu sehen.

Video-Prototyping ist unterhaltsam und hat den großen Vorteil gegenüber anderen Prototyping-Methoden, dass man gut auch abstrakte Zusammenhänge und Ideen oder Prozesse prototypen kann. Durch die Entwicklung eines Video-Prototyps bekommt der Kunde ein „tatsächliches“ Gefühl für seine Ideen. Sie reifen beim Machen. Darüber hinaus können Anforderungen an das gewünschte Produkt visuell und filmisch deutlich anschaulicher kommuniziert werden. Unsere Kunden verwenden das kreative Filmmaterial, um intern die Ideen noch weiterzuentwickeln, oder gerne mit Kollegen und anderen Stakeholdern die im Workshop entwickelten und beim Video-Prototyping entstandenen Ideen für weiterführende Schritte zur Umsetzung zu teilen. Kamera ab!

Checkliste für ein erfolgreiches Video-Prototyping:
  • Framework (Im Workshop erarbeitetes Konzept)
  • Storyboard (Bilder, Ton, Storytelling)
  • Aufgabenverteilung (Darsteller, Sprecher, Story)
  • Professionelles Environment (Filmemacher, Technik)
  • Fun, Offenheit für Kreativität.

Point of View

Warum Video?
Videos nehmen seit Jahren immer breiteren Raum bei der Internetnutzung ein. Kein Wunder: Wir nehmen den Großteil aller Informationen über das Auge wahr. Videos prägen sich besser ein als zum Beispiel geschriebene Sprache. Deswegen setzen wir bei Point Blank darauf, Insights auch per Video zu vermitteln.

Neugierig?
Informationen zu einem weiterführenden Webinar zu Video-Prototyping:

Meeting Point — Das Point Blank Design-Team

Research mal Design

Das Design-Team von Point Blank begleitet Innovationsprozesse von Anfang an

Kennen Sie Zentiva? Als das Generika-Unternehmen 2018 aus dem Pharmariesen Sanofi herausgelöst wurde, war die Firma — vom Volumen größer als Ratiopharm — in der öffentlichen Wahrnehmung wenig präsent. Urplötzlich war aus einer Unternehmung, die auf die gesamte Infrastruktur der Mutterfirma zurückgreifen konnte, quasi ein Startup geworden. Ein Startup auf der Suche nach einer neuen Identität. Point Blank hat Zentiva dabei unterstützt, sich zunächst der eigenen Markengeschichte bewusst zu werden und eigene Markenwerte samt Mission Statement zu entwickeln.

Den gesamten Markenfindungsprozess haben Researcher und das Design- Team von Point Blank in enger Zusammenarbeit begleitet. Früher stand Design am Ende einer Marken- oder Produktstrategie, heute spielt es von Anfang an eine wichtige Rolle. „Design ist nicht Oberflächengestaltung, sondern ein wichtiger Bestandteil des Researchs und umfasst bei Point Blank die gesamten Prozesse. Wir machen Design-driven Research und verstehen uns als Prozessdesigner“, sagt Jork Andre Dieter, Associate Director Design & Innovation.

///Das Zentiva Employer-Branding-Handbuch und die Bilder aus dem Office-Kommunikationskonzept



Als strategisches Entwicklungsfeld der Marktforschung hilft Design dabei, schnelle und komplexe Transformations- und Innovationsprozesse zu begleiten und zu menschenorientierten Lösungen zu gelangen. „Das sind beides zentrale Anforderungen unserer Zeit“, sagt Dr. Gerhard Keim, im Management von Point Blank als Head of Design & Innovation für diesen Bereich zuständig: „Der Schulterschluss der Kompetenzen von Marktforschung und Design rückt den Menschen in den Mittelpunkt und kann Research zu mehr Wirkmacht als Treiber von Wandel und Innovation verhelfen.“

Research — Innovation — Activation. So lautet das Mantra bei Point Blank. Alle Kundenprojekte sind „User-centered” und beginnen mit einem Research-Prozess. Dabei unterstützt das Design-Team die Researcher darin, Stimulus-Material zu finden und neue Tools und Darstellungsformen zu erarbeiten, die die Forschung weiter anreichern, ergiebiger und nutzbarer machen. „Eines dieser Tools ist zum Beispiel der Insight-Kompass, eine Art Landkarte aller Insights aus dem Research“, erläutert Jelena Bebic, Junior Strategic Designer. „Das Produkt ist in der Mitte angeordnet, drumherum sind die Stakeholder und deren Bedürfnisse. Der Kompass schafft Orientierung und zeigt in die Richtungen, wo Kundenbedürfnisse noch nicht abgedeckt sind.“

///Alle Kommunikationsmaßnahmen werden vom Design-Team gestaltet



Zu den beliebten Innovations-Tools gehört auch das Video-Prototyping am Ende eines Workshops. Hier kommen ebenfalls alle generierten Innovationen zusammen und werden visuell-akustisch in einem kurzen Video auf den Punkt gebracht. „Videos sind ein ideales Format um Erkenntnisse und Ideen anschaulich und eindrücklich zu veranschaulichen. Da ist jeder dabei“, sagt Manuel Stettner, der als Film-Maker für die Produktion der Filme zuständig ist. „Inzwischen produzieren wir auch Management-Summarys als Video. Das kommt sehr gut an.“

Als dritte Säule kommt „Activation” ins Spiel. Hierbei geht es darum, in Workshops entwickelte Ideen und Innovationen weiter vorwärts zu bringen, hin auf eine potenzielle Umsetzung. Das Design-Team liefert Ideen und Tools und erarbeitet Vorschläge, wie eine künftige Implementierung beim Kunden aussehen könnte. Das kann etwa wie bei Zentiva ein Creative Brief sein, das die Entwicklung der Markenkampagne vorbereitet hat. Oder ein Employer-Brandbook, das zeigt, wofür Zentiva steht und die Employer-Branding-Kommunikation in den Räumen von Zentiva in Berlin. Point Blank hat hier die visuelle Umsetzung der Markenwerte konzipiert und in Zusammenarbeit mit einem Kreativdirektor schlüsselfertig umgesetzt.

Auch für die interne Kommunikation bei Point Blank ist das Designteam zuständig. David Callamand, das jüngste Teammitglied, hat in seiner Masterarbeit an der design akademie Berlin untersucht, wie Digitalisierung die Unternehmensprozesse bei Point Blank befördern kann, und darauf aufbauend einen interaktiven Innovationsansatz für Point Blank entwickelt — das CoolLab. „Es geht um mehr Kooperation und Kollaboration zwischen den Teams und ihren Kompetenzen“, sagt Callamand. „Die Digitalisierung ist kein bloßes Tech-Thema, sondern verändert auch die Art des Zusammenarbeitens. Momentan arbeiten wir gemeinsam daran, wie wir diese Erkenntnisse bei uns implementieren können.“

Action Point

Artikel: Wenn weniger mehr ist — Real-Life Mobile Ethnography

Für das aktuelle Online Special FMCG & Handel von planung & analyse hat unser Senior Research Consultant, Fridtjof Nicklas, das Thema „Mobile Ethnography” unter die Lupe genommen. Er stellt fest: Indem man Menschen ihr Alltagsverhalten mit dem selbstverständlichsten Alltagsgerät, dem Smartphone, dokumentieren lässt und dabei den Forscher als „virtuellen Gast“ größtenteils ausklammert, lassen sich implizite, versteckte Dimensionen und Aspekte habitualisierter Prozesse greifbar und entscheidende „feine Unterschiede“ nachvollziehbar machen. ///

Artikel: Quo Vadis Betriebliche Marktforschung - Zusammenfassung einer aktuellen ESOMAR Studie

Kürzlich diskutierte unser Head of Consumer Research, Christoph Welter (in seiner Rolle als ESOMAR Deutschland Co-Representative), auf der Research & Results 2019 mit führenden betrieblichen Marktforschern über die Zukunft der Profession. Grundlage des Messe-Talks war eine globale Studie von ESOMAR unter betrieblichen Insight-Experten. In der aktuellen Ausgabe des Research & Results-Magazins stellt er die zentralen Ergebnisse der Studie vor. ///

Blogserie: Point Blank und Yuzu Kyodai forschen zu Heldenbildern in Deutschland und Japan

Gemeinsam mit unserer befreundeten Agentur aus Tokio haben wir uns das Ziel gesetzt, interkulturellen Austausch und Business-Initiativen zwischen Japan und Deutschland zu fördern. Eine erste konkrete Kooperation ist eine Eigenstudie zum Thema „Hero Archetypes“ in Deutschland und Japan. Konkret haben wir uns mit den Heldenrollen in Filmen und Serien u.a. auch in Animes befasst und uns die Frage gestellt, welche „Helden“-Bilder heute gefragt sind und welche Anforderungen sich daraus für die Medienproduktion ergeben. Wir starten hierzu demnächst eine Blogserie — eine Einleitung zum Thema gibt es bereits zu lesen.

Veranstaltung: Japan und Deutschland im Kulturvergleich aus künstlerischer Perspektive

Am 14. November 2019 veranstaltet eine Vernissage anlässlich ihrer ersten Yuzu Residency, einem Künstler-Austauschprogramm mit der Kunsthochschule Weißensee. Sechs Wochen verbrachte die Künstlerin Jill Senft in Tokio und stellt nun in Berlin ihre von diesem Aufenthalt inspirierten Werke vor. Gemeinsam stellen sich Sven Palys und Thea Dymke von Yuzu Kyodai und Christoph Welter von Point Blank auf der Bühne im Anschluss die Frage, welche Inspiration wir aus der oft geradezu gegensätzlichen Alltagsdesign-Ästhetik in Deutschland und Japan ziehen können und wie der „fremde Blick“ zur Inspiration für Innovationsprozesse werden kann. ///

Veranstaltung: From Results To Insights To Action

Diskutieren Sie mit uns am 21. November 2019 auf der BVM-Fachgruppenveranstaltung „From Results to Insights to Action“ wie wir als Markt- und Sozialforscher eine Implementierung und Umsetzung von Ergebnissen von der Ausschreibung und dem Briefing bis zur Ergebniskommunikation mitdenken können. Point Blank wird hier u.a. den Insight Compass aber auch das Thema Video als Engagement-Tool vorstellen und mit den Teilnehmern diskutieren. ///

Veranstaltung: User-Centred Foresight bei der Qual360 2020

Am 19. Februar 2020 stellt unser Head of Innovation, Dr. Gerhard Keim, zusammen mit Britta Kautzky, verantwortlich für Innovation bei Kao Germany, auf der Qual360 Trendforschung aus „nutzerzentrierter Perspektive“ vor. Im Fokus des Talks steht ein mehrstufiger Forschungs- und Workshop-Prozess, unter Einbeziehung von Trend-Experten, Lead-Usern und Stakeholdern. ///


Crafting

Craft a shadow play

Inspiriert von historischen Projektionstechniken haben wir Figuren für ein Schattenspiel für Sie gestaltet. , auf etwas festerem Papier ausdrucken, ausschneiden, irgendwo befestigen und mit einer Taschenlampe beleuchten. Schon können ganz leicht Szenen gespielt und erzählt werden. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Bullet Point 2020/01

In unserer nächsten Ausgabe gehen wir zum Ausgangspunkt aller Innovationsarbeit zurück. Bei Point Blank verfolgen wir die Philosophie von ‘user-centred Innovation’. Also starten wir stets bei Forschung mit potenziellen Nutzern. Aber wie schaffen wir es, die Vielzahl von Eindrücken aus ethnographisch inspirierter Forschung für Innovationsworkshops nutzbar zu machen?

Die Antwort: Personas! Wir verraten Ihnen, was genau wir unter Personas verstehen, wie sie entstehen, welche spezifische Funktion sie haben, und wo die Abgrenzungs- aber auch Synergiepotenziale zwischen Personas und quantitativen Segmentierungen liegen. Bis dahin wünschen wir Ihnen schon einmal Körbe voller leckerer Weihnachtsbäckerei und einen guten Rutsch ins nächste Jahr!